bKV Steuer / arbeitgeberfinanziert

betriebliche Krankenzusatzversicherung (bKV)

Steuerliche Behandlung von arbeitgeberfinanzierten
Beiträgen zu Gruppen-Krankenversicherungen

Im Folgenden werden die steuerlichen Aspekte näher beleuchtet, wenn der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter eine Gruppen-Krankenversicherung mit einem Versicherer vereinbart und die Beitragszahlung übernimmt.

I. Freigrenze für „Sachbezüge bis 44,- Euro“
Beiträge des Arbeitgebers zu einer privaten Gruppen-Krankenversicherung sind nach § 8 Abs. 2 Satz 9 Einkommenssteuergesetz (EStG) Sachbezüge. Bis zu einer Höhe von 44,- Euro pro Monat und Mitarbeiter, unterliegen diese daher nicht der Lohnsteuerpflicht.

Die betriebliche Gesundheitsförderung ist also i.d.R. bis zu 500 Euro pro Jahr steuerfrei.

Die Voraussetzungen hierfür sind:

  • Die Beiträge dürfen die Grenze von 44,- Euro pro Monat und Mitarbeiter nicht übersteigen.
  • Der Arbeitnehmer darf von seinem Arbeitgeber aufgrund der arbeitsvertraglichen Regelung ausschließlich Versicherungsschutz erhalten und nicht alternativ eine entsprechende Geldzahlung (= Barlohn) verlangen können.
  • Sonstige Sachbezüge (z.B. Tankgutschein), die der Arbeitgeber leistet, fallen ebenfalls unter die selbe Grenze von 44,- Euro. Und müssen daher bei der Überprüfung der Freigrenze zum Beitrag zur Gruppen-Krankenversicherung addiert werden.

II. Sachbezüge liegen über der Freigrenze
Die vom Arbeitgeber übernommenen Beiträge zur Gruppen-Krankenversicherung von mehr als 44,-Euro sind voll steuerpflichtig und stellen einen geldwerten Vorteil dar. Dieser fließt dem Mitarbeiter im Zeitpunkt der Beitragszahlung zu und muss grundsätzlich von ihm versteuert werden. Alternativ kann auch der Arbeitgeber die Steuern übernehmen Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Nettolohnversteuerung
Bei der Nettolohnversteuerung wird der Beitrag als Nettolohn betrachtet und auf den Bruttolohn hochgerechnet. Dabei ist die vom Arbeitgeber übernommene Lohnsteuer ebenfalls als geldwerter Vorteil zu betrachten. Die Versteuerung erfolgt nach den

individuellen Merkmalen der Lohnsteuerkarte der einzelnen Mitarbeiter. Diese Variante ist mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden. Dagegen ist die nachfolgend vorgestellte Möglichkeit mit deutlich geringerem Aufwand möglich.

2. Pauschalversteuerung
Unter bestimmten Voraussetzungen kann beim Arbeitgeber eine Pauschalversteuerung (§ 40 Abs. 1 Nr. 1 EStG) vorgenommen werden, bei der nur ein pauschaler Steuersatz relevant ist.

Voraussetzungen:
Die Pauschalversteuerung ist nur möglich, wenn die Beiträge jährlich gezahlt werden und damit ein sonstiger Bezug beim Mitarbeiter vorliegt. Außerdem muss die Gruppen-Krankenversicherung in einer größeren Zahl von Fällen gewährt werden. Darüber hinaus ist die Pauschalierung von sonstigen Bezügen nur bis zu 1.000 Euro je Mitarbeiter und Kalenderjahr möglich.

So beantragen Sie die Pauschalversteuerung beim Betriebsstättenfinanzamt! Die Pauschalversteuerung muss vom Arbeitgeber mit den nachfolgenden Angaben beantragt werden:

  • Anzahl der begünstigten Arbeitnehmer je Steuerklasse
  • durchschnittliche Jahresarbeitslöhne der
    insgesamt begünstigten Arbeitnehmer
  • durchschnittlich je Arbeitnehmer gezahlte sonstige Bezüge (d.h. durchschnittlicher Beitrag zur Gruppen-Krankenversicherung)

Mit diesen Angaben ermittelt das zuständige Betriebsstättenfinanzamt den für das Unternehmen gültigen Pauschalsteuersatz (Einzelheiten zum Berechnungsverfahren finden Sie in der Richtlinie 40.1 Abs. 3 LStR 2008).

Hier erhalten Sie eine Musteranfrage an das zuständige FA!
Sowohl die Beiträge als auch die Pauschalsteuer stellen Betriebsausgaben dar.

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